Tagung: Demokratie. Wissenschaft. Erwachsenenbildung

Im Spannungsfeld von Erkenntnis, Dialog und Teilhabe

Eine Veranstaltung in Kooperation von BMFWF - Bundesinstitut für Erwachsenenbildung bifeb, Ring Österreichischer Bildungswerke, Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB), St. Virgil Salzburg

Vertrauen in Wissenschaft und Demokratie ist ein Fundament, das unsere Gesellschaft trägt. Es bildet die Grundlage für Konsens, Legitimität und Stabilität und ist damit eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren unseres demokratischen Zusammenlebens. Beide Bereiche beruhen auf ähnlichen Grundprinzipien – auf Transparenz, Rationalität, Konsens- aber auch Kritikfähigkeit. Demokratie und demokratische Entscheidungsprozesse erfordern informierte Bürgerinnen und Bürger, die auf Grundlage von Wissen und wissenschaftlichem Diskurs urteilen und handeln – und dieses Wissen und diese Fakten stammen zu einem guten Teil aus wissenschaftlichen Erkenntnissen. Umgekehrt sind demokratische Verhältnisse für eine freie Wissenschaft wichtig, da nur so freie Forschung, ein freier Diskurs und kritische Debatte möglich sind. Eine ablehnende Haltung gegenüber Wissenschaft geht auch häufig mit Demokratieskepsis einher. Ebenso gilt: Wer dem politischen System misstraut, misstraut oft auch wissenschaftlichen Institutionen.

Desinformation, Polarisierung und wachsendes Misstrauen gegenüber Institutionen stellen Demokratie, Wissenschaft und Erwachsenenbildung also vor neue Herausforderungen. Welche Rolle kann die Erwachsenenbildung dabei spielen, Vertrauen zu fördern und Räume für kritische, aber konstruktive Auseinandersetzung zu eröffnen? Die Tagung „Demokratie. Wissenschaft. Erwachsenenbildung.“ widmet sich diesen Fragen aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive. Sie bringt Fachleute aus der Erwachsenenbildung, der politischen Bildung, aus der Wissenschaft sowie interessierte Praktikerinnen und Praktiker zusammen, um aktuelle Entwicklungen, theoretische Ansätze und Good-Practice-Beispiele zu diskutieren.

Im Mittelpunkt der ersten Tagung 2026 steht das Verhältnis zwischen Erwachsenenbildung, Demokratie und Wissenschaft und widmet sich den folgenden Fragestellungen:

  • Was verbindet Demokratie und Wissenschaft? Was trennt sie?
  • Wie gestaltet sich das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und demokratischer Aushandlung?
  • Welche Beiträge kann die Erwachsenenbildung leisten, um wissenschaftliches Denken, Konsensfähigkeit, Dialog, politische Urteilskraft und gesellschaftliches Vertrauen zu stärken?
  • Welche Kompetenzen brauchen Erwachsenenbildnerinnen und -bildner, um das Vertrauen in Wissenschaft und Demokratie zu fördern?

Das Programm umfasst Keynotes, Projektpräsentationen, Diskussionsforen und partizipative Formate. Neben theoretischen Impulsen werden praxisnahe Projekte vorgestellt, die neue Wege der Beteiligung und der Wissenschafts- und Demokratievermittlung aufzeigen.

Zielgruppe:

Erwachsenenbildner:innen; Lehrende und Programmverantwortliche der allgemeinen und politischen Bildung, der Demokratiebildung und Wissenschaftskommunikation; Wissenschaftler:innen; Mitarbeiter:innen öffentlicher Institutionen oder von Verbänden im Bereich Demokratie, Partizipation und gesellschaftlicher Zusammenhalt; alle Interessierte

Referierende:

Jan Niggemann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung (oieb) und Lektor an der Universität Wien. Er arbeitet als Erziehungswissenschaftler, Erwachsenenbildner, Autor, Speaker und Referent in den Bereichen außerschulischer kultureller Bildung sowie Fragen sozialer Ungleichheit in der nonformalen Bildung.
https://www.researchgate.net/profile/Jan-Niggemann 

Daniela Ingruber arbeitet als Demokratie- und Kriegsforscherin am Institut für Strategieanalysen in Wien, u.a. am Projekt netPOL. Zuvor war sie an der Donau-Universität Krems tätig und leitete von 2012 bis 2016 leitete an der UN-mandatierten University for Peace in Costa Rica die Abteilung Media & Conflict. Zudem ist sie Evaluatorin, Moderatorin und Beraterin für Filmfestivals sowie Filmproduktionen und bereitet NGO-Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter in Safety- und Security-Trainings auf die Arbeit in Konfliktregionen vor.
Forschungsschwerpunkte sind Demokratieverständnis, demokratische Dystopien, Populismus, Partizipation, Fake News, Konflikttransformation sowie Politische Bildung.
www.nomadin.at

 

IGPB-Tagung 2026: Auf dem Weg zur Resilienz!

Politische Bildung für Demokratielernen und Geistige Landesverteidigung

Eine Veranstaltung der Interessengemeinschaft Politische Bildung (IGPB) 

In Österreich ist die Politische Bildung derzeit in Bewegung: Die Diskussion um ein eigenes Unterrichtsfach Demokratiebildung zeigt das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung des Themas. Gleichzeitig sorgt die verstärkte Präsenz des Sicherheitsdiskurses für intensive Debatten über das Spannungsfeld zwischen Politischer Bildung und dem Konzept der Geistigen Landesverteidigung.

Eine Veranstaltung der Interessengemeinschaft Politische Bildung (IGPB) 

Vor dem Hintergrund weltweit erodierender Demokratien gewinnt das Konzept der Resilienz an Bedeutung: Resilienz beschreibt die Fähigkeit, Herausforderungen, Unsicherheiten und Bedrohungen zu bewältigen – auf individueller, aber auch auf gesellschaftlicher Ebene. Verschiedene Ansätze betonen Persönlichkeitsstärkung, kritisches Denken, soziale Vernetzung oder institutionelle Absicherungen als Wege, demokratische Widerstandskraft zu fördern.

Die 17. Jahrestagung der Interessengemeinschaft Politische Bildung lädt zu Austausch, Reflexion und Vernetzung ein.

  • Welchen Beitrag kann Politische Bildung zur demokratischen Resilienz leisten?
  • Sind Geistige Landesverteidigung und Demokratiebildung Wege zur Entwicklung von demokratischer Resilienz?
  • Welche didaktischen Konzepte und Methoden erweisen sich als besonders wirksam?

 

GWA-Tagung 2026: Gemeinwesenarbeit in stürmischen Zeiten.

Welche Konfliktfähigkeit brauchen wir für Frieden?

7. – 9. Oktober 2026, bifeb, St. Wolfgang

Eine Veranstaltung der Werkstätte Gemeinwesenarbeit (GWA) 

Politische, soziale und zwischenmenschliche Konflikte nehmen zu. Anstatt jedoch mehr Stimmen zuzulassen und Möglichkeiten demokratischer Teilhabe zu erweitern, werden Konflikte weltweit zunehmend in Form von direkter militärischer, physischer und psychischer Gewalt ausgetragen. Die Auswirkungen sind auch in Europa und Österreich spürbar: Autoritarismus, Polarisierung und Nationalismus greifen um sich. Durch politische Angriffe auf demokratische Rechte, Aushandlungen und Verfahren sind stärkere Spannungen in den Gemeinwesen und der Gemeinwesenarbeit wahrzunehmen. Initiativen im Gemeinwesen sind durch knapper werdende Ressourcen und unsichere Bedingungen herausgefordert.

Gleichzeitig existieren vielfältige Formen von Wissen und Praktiken in der Gemeinwesenarbeit, der Sozialen Arbeit und der Erwachsenenbildung, die eine konfliktfähige, gewaltfreie Arbeit ermöglichen und sich einer Zukunft des kritischen Miteinanders verschreiben. Konfliktfähigkeit ist Voraussetzung für Frieden, da sie Unrecht richten und zu sozialer Gerechtigkeit beitragen kann.

Auf der diesjährigen Tagung möchte die GWA eine Vielfalt an Ansätzen versammeln, die andere Antworten auf die aktuellen sozialen, ökologischen und politischen Fragen geben, als das Recht des Stärkeren oder die Gewalt der Überlegenheit.

  • Wie reagieren Akteur:innen der Gemeinwesenarbeit auf die Tendenz zu gewaltsamem Handeln und wahrnehmbarer Kriegsbegeisterung?
  • Inwiefern sind autoritäre Stärke und Führung wirklich effizienter als demokratisches Aushandeln?
  • Welche Konzepte, Methoden und Inhalte aus der Gemeinwesenarbeit stärken Konfliktfähigkeit als Werkzeug demokratischer Interessenfindung?
  • Wie kann Gemeinwesenarbeit politisch, diskursiv und institutionell so gefördert werden, dass sie ihr Potential im Hinblick auf eine konfliktfähige Demokratie bestmöglich entfaltet?

 

Ungleich, un(ter)bezahlt, unsichtbar

Ein Workshop für Erwachsenenbildnerinnen/Erwachsenenbildner

Eine Veranstaltung des Bundesinstituts für Erwachsenenbildung (bifeb) und der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB)

Gesellschaftliche Ungleichheiten sind zugleich Gegenstand der Erwachsenenbildung, als auch Auftrag an die Erwachsenenbildung: Denn die Erwachsenenbildung kann einerseits dazu beitragen, strukturelle Benachteiligungen zu analysieren, und damit andererseits die Urteils- und Handlungsfähigkeit der Lernenden fördern.

Eine zentrale Achse von Ungleichheit umfasst die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. In Österreich steigt die Zahl der erwerbstätigen Frauen seit Mitte der 1970er-Jahren kontinuierlich an, jedoch arbeiten sie heute vorrangig in Teilzeit. Die weibliche Vereinbarkeit von Vollzeitjob und Haus- und Sorgearbeit scheint also eher Mythos, denn Realität – oder sie hat einen hohen Preis: In westlichen Industriegesellschaften übernehmen häufig unterbezahlte Migrantinnen die anfallende Care-Arbeit. In diese komplexe Gemengelage mischen sich seit einiger Zeit antifeministische Akteurinnen und Akteure wie „Tradwives“, die auf Social Media reaktionäre Geschlechter- und Familienbilder propagieren.

Im Workshop sollen feministische Perspektiven auf Arbeit gemeinsam mit den Teilnehmenden beleuchtet werden. Dabei wird ein Methodenmix angewandt, der das erworbene Wissen erlebbar und für die eigene Zielgruppe adaptierbar macht.


Inhalte

Der Workshop setzt sich mit feministischen Perspektiven auf Arbeit auseinander und fördert die Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten sowie die Selbstreflexion der Teilnehmenden.

Konkret behandelt der Workshop folgende Fragestellungen:

  • Wie hat sich die Frauenbewegung historisch mit Arbeit auseinandergesetzt und welche Debatten werden heute geführt?
  • Welche Probleme und Lösungsansätze im Bereich der Care-Arbeit gibt es?
  • Welche Verbindungen zwischen eigenen Erfahrungen und gesellschaftlichen Strukturen lassen sich finden?


Methodik

Die Workshopleiterinnen greifen auf einen Methodenmix zurück. Interaktive Methoden wie Rollenspiele, soziometrische Aufstellungen, Fishbowl, Biografiearbeit und Medienanalyse kommen ebenso zum Einsatz wie Inputs und Diskussionen.

Dabei steht auch der Praxistransfer im Vordergrund. Denn die Methoden sind dafür geeignet, dass Teilnehmende sie in ihrer eigenen Vermittlungsarbeit verwenden können.

Lernergebnisse

Die Teilnehmenden setzen sich mit einer zentralen Achse von gesellschaftlicher Ungleichheit auseinander und erweitern dadurch ihre Urteils- und Handlungsfähigkeit. Die Beschäftigung mit feministischen Perspektiven auf Arbeit erfolgt anhand von Methoden, die Wissensvermittlung, Austausch in der Gruppe, Selbstreflexion und Praxistransfer zum Ziel haben.

Zielgruppe

Der Workshop richtet sich an Erwachsenenbildnerinnen/Erwachsenenbildner, Bildungs- und Berufsberaterinnen/Bildungs- und Berufsberater, Trainerinnen/Trainer und Bildungsmanagerinnen/Bildungsmanager.

Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie weiter auf dieser Website navigieren, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Internet Browsers zu ändern, stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.