Newsletter 122


Aktuelle Veranstaltungen:

NIC 2022: Differenz und Bildung / Innsbruck

Planspiele als Methode der politischen Bildung zum Thema Energie- und Klimapolitik der EU / St. Wolfgang

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen / Graz

Erzählte Identitäten / Wien

Vortragsreihe: Das Politische der Kultur – die Kultur des Politischen / Wien

Basics – Inhalte und Methoden der politischen Erwachsenenbildung / Innsbruck

Das politisch-literarische Quartett / online

Info- und Beratung für Bildungseinrichtungen und NGOs / online


Ankündigung:

Lehrgang Politische Erwachsenenbildung

 


 

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

NIC 2022: Differenz und Bildung
Zukunft von Interkulturalität, Transkulturalität und Diversität
6. + 7. Oktober 2022, Haus der Begegnung, Innsbruck

Eine Veranstaltung der Netzwerk-Partnerschaft NIC – Networking Inter Cultures (mit der ÖGPB als Mitglied)

Differenzen haben im Kontext der Migration stets eine wesentliche Rolle gespielt, wie die Genealogie des Begriffs „Interkulturalität“ verdeutlicht. So hat das Konzept der Interkulturalität eine beeindruckende Karriere gemacht und insgesamt zum Verständnis von Migration und kultureller Vielfalt beigetragen.

Zunächst war die Einführung der interkulturellen Bildung mit dem Ziel verbunden, einer defizitorientierten Sichtweise auf Kinder und Jugendliche, deren Eltern im Zuge von Anwerbeabkommen nach Deutschland und Österreich eingewandert waren, nachhaltig entgegenzuwirken. So wurde die Idee geboren, den Dialog zwischen den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und eine Art pädagogische Kulturvermittlung im deutschsprachigen Raum zu etablieren. In geeigneten Bildungssettings sollen sich demnach nicht nur Migrantinnen und Migranten, sondern alle Mitglieder der Gesellschaft vorstellen und im Sinne der Vielfalt miteinander kommunizieren. Interkulturelle Bildung, so der Grundgedanke, richtet sich an alle und ist ein offenes und dynamisches Konzept, ähnlich wie die diversitätsbewusste Bildung, welche in den letzten Jahren als pädagogisches Konzept an Bedeutung gewinnt. Die institutionelle Praxis zeigt jedoch, dass die interkulturelle Bildung ihren Zielen nur punktuell gerecht wird oder werden kann, weil ihre erkenntnistheoretische Grundlage – explizit oder implizit – immer noch die Differenz zwischen „Einheimischen“ und „Nichteinheimischen“ zu sein scheint. Um eine dichotome Denkweise zu vermeiden, werden zunehmend Schlüsselbegriffe wie diversitätsbewusste Bildung und transkulturelle Perspektiven verwendet. In diesem Zusammenhang wird im akademischen Fachdiskurs bereits seit einigen Jahren die Forderung nach einem Abschied von der interkulturellen Pädagogik erhoben und zugleich deren Rettung diskutiert. Ebenso ist zu beobachten, dass die transkulturelle Bildung vermehrt aufgegriffen wird, um bildungsrelevante und gesellschaftliche Differenzen neu denken zu können. Angesichts dieser Entwicklungen stellt die 8. NIC-Konferenz die Frage nach der (gemeinsamen) Zukunft der Konzepte Interkulturalität, Transkulturalität und Diversität zur Diskussion. 

Die 8. NIC-Konferenz beschäftigt sich mit den nachstehenden Fragen:

  • Wo befindet sich die interkulturelle Bildung heute?
  • Sind Diversität und Transkulturalität neue experimentelle Utopien oder eine erfolgreiche Praxis?
  • Was macht die interkulturelle Bildung bis heute zu einer Institution?
  • Wo liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der interkulturellen, diversitätsbewussten und transkulturellen Bildung?
  • Wie sieht die Zukunft der Konzepte Interkulturalität, Transkulturalität und Diversität aus?


Programm: www.intercultures.at/programm

Termin:
Do., 6. Oktober 2022, 15:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Fr., 7. Oktober 2022, 9:30 Uhr bis 13:30 Uhr

Konferenzort & Startpunkt für den Stadtspaziergang:
Haus der Begegnung
Rennweg 12, 6020 Innsbruck

Es gelten die zum Veranstaltungstermin gültigen Covid-19-Bestimmungen.

Veranstalter:
Universität Innsbruck: Fakultät für Bildungswissenschaften; Institut für Erziehungswissenschaft; Lehr- und Forschungsbereich Migration und Bildung; Forschungszentrum Migration und Globalisierung; Forschungsschwerpunkt Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte /
Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung /
IZ – Verein zur Förderung von Vielfalt, Dialog und Bildung

Kooperationspartner:
Haus der Begegnung Diözese Innsbruck

Teilnahmegebühr:
Euro 30,- (Barzahlung vor Ort); für Studierende ist der Eintritt frei.

Online-Anmeldung zur Konferenz:
www.uibk.ac.at [...]

Anmeldung zum Stadtspaziergang:
Frauke.Schacht@uibk.ac.at (max. 25 Teilnehmer*innen)

Lokales Organisationsteam:
Lehr- und Forschungsbereich Migration und Bildung

Weitere Informationen: www.intercultures.at

 


 

Planspiele als Methode der politischen Bildung
Am Beispiel des Planspiels „Energie Macht Klima“ zum Thema Energie- und Klimapolitik der EU

6. + 7. Oktober 2022, bifeb, St. Wolfgang

Zweitägiger Workshop der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB) in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb)

Planspiele und partizipative Konferenzsimulationen ermöglichen den Teilnehmer*innen ein vertieftes Verständnis von Politik aus der Innensicht der handelnden Akteure. Auf der Basis eines realen oder teilrealen Entscheidungsprozesses kommen die Lernenden zu eigenständigen und nachvollziehbaren Lösungen. Der spielerische Aspekt stellt eine wichtige Komponente dar, die Methode ist aber keine reine „Spaßmethode“. Planspiele und Simulationen trainieren aktiv Partizipation und Interessenwahrnehmung für reales Handeln und tragen zu einem besseren Verständnis komplexer gesellschaftspolitischer Zusammenhänge bei.

Die Europäische Union zählt sich zu den Vorreitern in der Klimapolitik. Das Ziel ist u. a. eine CO2-reduzierte Wirtschaft. Aber das Ganze ist kompliziert. Nicht nur innerhalb der EU prallen unterschiedliche Interessen aufeinander, auch internationale Partner müssen angehört und berücksichtigt werden. Auf den Welt-Klimagipfeln und ihren Vorbereitungstreffen muss jedoch auch eine Entscheidung gefällt werden, um eine Klimakatastrophe abwenden zu können. Das Planspiel „Energie Macht Klima“, entwickelt vom CIVIC-Institut für internationale Bildung, simuliert die Vorbereitungen der EU auf internationale Klimaverhandlungen. Die Teilnehmer*innen suchen in diesem Rahmen eine gemeinsame europäische Position. Neben der Durchführung des Planspiels wird im Rahmen des zweitägigen Workshops auch eine intensive und detaillierte Multiplikator*innen-Schulung zu dieser Methode angeboten.

Der Workshop besteht aus folgenden Teilen: 

  • Vorstellungsrunde und Warm-up: Aktivierende Methode
  • Einführung in die Lehr- und Lernmethode „Planspiel/Simulation“ sowie in die Thematik des anschließend durchzuführenden Planspiels
  • Durchführung des Planspiels „Energie Macht Klima“
  • Auswertung des Planspiels
  • Lehr- und Lernmethode „Planspiel“ unter der Lupe – detaillierte und interaktive Multiplikator*innen-Schulung
    • Methodik – pädagogische, inhaltliche und psychologische Aspekte; Zielgruppen und Lernziele
    • Ablauf und Phasen eines Planspiels
    • Organisatorische Aspekte – Organisation, Strukturfunktion, Motivation, Beobachten, Eingreifen, Auswerten
    • Wie und warum sollten wir es multiplizieren? – Stärken und Schwächen der Methode, Herausforderungen/Schwierigkeiten bei der Durchführung, Chancen
    • Diskussion und Beantwortung von Fragen der Teilnehmer*innen
  • Auswertung des Workshops


Workshopleitung:

Dr. Dionisi Nikolov: Studium der Slawistik und Volkswirtschaftslehre. Lektor, Trainer, Planspielleiter und Moderator. Seit 2015 bei CIVIC GmbH – Institut für internationale Bildung, Projektkoordinator Österreich (www.civic-institute.eu); externer Trainer der ÖGPB

Benedikt Müschenborn, BA: Studium der Geschichte und Philosophie. Trainer und Moderator. Seit 2018 bei der CIVIC GmbH tätig; externer Trainer der ÖGPB

Zielgruppen:
Erwachsenenbildner*innen, Trainer*innen, Multiplikator*innen

Termin:
Do., 6. Oktober 2022, 9:00 bis 18:00 Uhr
Fr., 7. Oktober 2022, 9:00 bis 16:00 Uhr

Ort:
Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb)
Bürglstein 1-7, 5360 St. Wolfgang

Es gelten die zum Veranstaltungstermin gültigen Covid-19-Bestimmungen.

Teilnahmegebühr:
Euro 120,- (exkl. Aufenthalt)

Anmeldung (bis 25. September 2022):
Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb)
Regina Schusterbauer
regina.schusterbauer@bifeb.at
T 06137 6621-119
Online-Anmeldung

Der Workshop ist mit 1,0 ECTS im Rahmen der wba akkreditiert.

Weitere Informationen: www.politischebildung.at [...]

 


 

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen
11. + 12. Oktober 2022, FH JOANNEUM Graz

Eine Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB) in Kooperation mit der FH JOANNEUM, Abteilung internationale Beziehungen

Das Argumentationstraining gegen Stammtischparolen sucht Antworten auf Hassparolen und bietet einen Übungsraum für Gegenstrategien.

Die Teilnehmer*innen sammeln „Stammtischparolen“ – diskriminierende, generalisierende, schlagwortartig vorgebrachte Äußerungen. In simulierten Gesprächssituationen werden mögliche Reaktionsweisen erprobt; durch anschließende Analyse werden Kommunikationsstrategien ausgearbeitet. Darüber hinaus werden im Training die politischen, sozialpsychologischen und gesellschaftlichen Kontexte der Parolen gemeinsam untersucht.

Workshopleitung:

Sonja Luksik, MA: Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung, Politikwissenschafterin

Dr. Hakan Gürses: Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung, Philosoph

Zielgruppe:
Erwachsenenbildner*innen, Trainer*innen, Mitarbeiter*innen von NGOs, Studierende und Lehrende der FH

Termin:
Di., 11. Oktober 2022, 10:30 bis 18:30 Uhr
Mi., 12. Oktober 2022, 9:00 bis 17:00 Uhr

Ort:
FH JOANNEUM Graz
Eggenberger Allee 11, 8020 Graz

Es gelten die zum Veranstaltungstermin gültigen Covid-19-Bestimmungen.

Teilnahmegebühr: Euro 60,-

Anmeldung (bis 4. Oktober 2022):
Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
T 01 504 68 58
gesellschaft@politischebildung.at

Der Workshop ist mit 1,0 ECTS im Rahmen der wba akkreditiert.

Weitere Informationen: www.politischebildung.at [...]

 


 

Erzählte Identitäten
13. Oktober 2022, VHS Ottakring, Wien

Eine Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB) in Kooperation mit der Volkshochschule Ottakring

Methoden der Biografiearbeit eignen sich gut für die Auseinandersetzung mit (kulturellen) Identitäten und Diversität: Zum einen spiegeln sich in lebensgeschichtlichen Erzählungen die Verknüpfung von Individuum und Gesellschaft, der Mensch wird im jeweiligen sozialen Umfeld verortet. Vielfache Gemeinsamkeiten und Unterschiede – nicht nur nach kultureller Herkunft, sondern auch etwa nach Alter, Geschlecht, sozialer Schicht, ländlicher/städtischer Herkunft, rechtlichem Status – können zur Sprache kommen. Eine einfache Einteilung nach nationaler Herkunft wird damit obsolet.

Zum anderen geht es methodisch nicht ums Diskutieren und Überzeugen, sondern um ein lebensgeschichtliches Erforschen, Erzählen, Hinhören und Verstehen als zentrale Grundhaltung, die eine wechselseitige Akzeptanz von Unterschiedlichkeiten fördert.

In dem Workshop erleben die Teilnehmer*innen die Prozesse und Erkenntnismöglichkeiten eines lebensgeschichtlichen Gesprächskreises. Aufbauend auf dem Material der Erzählungen findet eine weiterführende Auseinandersetzung mit Diversität statt. Methodisch werden Grundhaltungen und Grundlagen zum Leiten eines Gesprächskreises vermittelt. Schließlich werden Wege angedacht, den Zugang der Biografiearbeit für niederschwellige politische Bildung und für die Auseinandersetzung mit Diversität an Ort und Stelle fruchtbar zu machen.

Workshopleitung:

Dr.in Katharina Novy: Soziologin, Historikerin, Trainerin, Moderatorin, Psychodrama-Spielleiterin ÖAGG, Beraterin für Diversity Management, Schwerpunkt Soziodrama, Psychodrama und Biografiearbeit, www.perspektivenveraendern.at
externe Trainerin der ÖGPB

Dr. Gert Dressel: Biografierarbeiter, Historiker, Mitarbeiter an der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF Wien) der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und der „Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen“ (Uni Wien)
externer Trainer der ÖGPB

Zielgruppe:
Mitarbeiter*innen der Erwachsenenbildungseinrichtungen und NGOs, Multiplikator*innen, haupt- und ehrenamtliche Bibliothekar*innen und Interessierte

Termin:
Do., 13. Oktober 2022, 9:00 bis 17:30 Uhr

Ort:
VHS Ottakring
Panikengasse 31, 1160 Wien

Es gelten die zum Veranstaltungstermin gültigen Covid-19-Bestimmungen.

Teilnahmegebühr: Euro 60,-

Anmeldung (bis 6. Oktober 2022):
Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
T 01 504 68 58
gesellschaft@politischebildung.at

Der Workshop ist mit 0,5 ECTS im Rahmen der wba akkreditiert.

Weitere Informationen: www.politischebildung.at [...]

 


 

Das Politische der Kultur – die Kultur des Politischen
Oktober bis Dezember 2022, Wien

Eine Vortragsreihe der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB) in Kooperation mit dem Depot und dem WERK X

„Kultur“ ist ein typischer Containerbegriff, der mit nahezu unendlich vielen Bereichen und Attributen assoziiert wird. Wir sprechen von Kunst und Kultur, nationalen oder regionalen Kulturen, von Firmenkultur, Kulturtasche oder kultureller Differenz, lesen in der Kulturseite der Zeitung und bekritteln die fehlende politische Kultur; es gibt Pflanzenkulturen ebenso wie alte Kulturen, kultivierte Menschen und kulturelle Werte ...

Den Höhepunkt seines öffentlichen Gebrauchs erlebte der Begriff mitsamt Ableitungen wohl in den 1990er Jahren, nicht zuletzt durch heftig geführte Debatten um die Migration und die Parole vom „Kampf der Kulturen“, der – so die These – weltweit die neue Ursache für kriegerische Konflikte bilden würde. Der seither weitverbreitete Ansatz, gesellschaftliche Verwerfungen durch kulturelle Unterschiede zu begründen, rief wiederum den Vorwurf hervor, hier sei ein „Kulturalismus“ am Werk, der soziale Probleme als kulturelle auslege und somit den Diskurs um „Fremdheit“ und „Othering“ begünstige. Kritiker*innen des Kulturalismus verordneten Sozialwissenschaften, Medien und dem öffentlichen Diskurs mehr Politik statt Kultur und brachten somit diese beiden gesellschaftlichen Sphären gegeneinander in Stellung.

Ein Blick in die Didaktik des Politischen zeigt jedoch relativ bald, dass Kultur und Politik keinen Gegensatz bilden. Kulturelle Bildung, Kulturvermittlung, Kulturpolitik oder politische Kunst sind nur einige Stichworte im Kontext der politischen Bildung, die den engen Zusammenhang zwischen den Subsystemen Kultur und Politik aufzeigen. Politik hat stets einen kulturellen Ausdruck, um die die Bürger*innen zu „erreichen“. Kultur ist somit ihrerseits politisch, da sie zur Vorstellung nationaler oder gemeinschaftlicher Homogenität eingespannt oder umgekehrt zur Kritik dieser Imagination herangezogen wird. Der britische Kulturwissenschaftler und Literaturtheoretiker Terry Eagleton schreibt: „Kultur ist eine jener seltenen Ideen, die für die politische Linke ebenso integrierend wirken, wie sie für die politische Rechte lebenswichtig sind.“

Die Vortragsreihe will zum Verständnis der verschiedenen Bedeutungen beitragen, die Kultur im Rahmen der Politik sowie der politischen Erwachsenenbildung einnimmt bzw. einnehmen kann. Es gilt herauszuarbeiten, wie das Politische im Kulturellen funktioniert und vice versa.

Damit setzt die ÖGPB ihre seit 2010 stattfindende jährliche Vortragsreihe zur politischen Erwachsenenbildung auch 2022 fort. Neben dem langjährigen Kooperationspartner Depot ist heuer das WERK X Kooperationspartner und Mitveranstalter. In den beiden Häusern finden im Herbst 2022 vier Vorträge statt.

Termine:

Do., 13. Oktober 2022, 19:00 Uhr, Depot

Renate Höllwart
Strategien kritischer Kunstvermittlung

Wer spricht, und was gilt eigentlich als relevantes Wissen? Welche Strategien können vorherrschende Wissensformen in Bildungsprozessen unterlaufen? Wie lassen sich kollaborative Prozesse gestalten, in denen sich in der Aushandlung von Positionen und Rahmenbedingungen neue Räume für demokratisches Handeln öffnen? Kritische Kunst- und Kulturvermittlung setzt an der Schnittstelle von künstlerischen Strategien und emanzipatorischer Bildung einen Prozess des Verlernens in Gang. Entlang von Konzepten und Erfahrungen aus der Vermittlungspraxis von trafo.K werden Möglichkeiten und Grenzen sowie Rahmenbedingungen des gemeinsamen Sprechens und Handelns beleuchtet und in Hinblick auf eine verändernde Praxis in Bildung, Kunst und Vermittlung reflektiert.

Renate Höllwart ist Kunst- und Kulturvermittlerin. Sie ist Mitbegründerin von Büro trafo.K, einem Kollektiv für Kunstvermittlung und kritische Wissensproduktion, im Kernteam von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis sowie im Leitungsteam des ecm – educating/curating/managing an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Do., 3. November 2022, 19:00 Uhr, Depot

Hakan Gürses
Kulturalität als politisches Konzept

Seit gut drei Jahrzehnten ist „Kultur“ einer der politisch umstrittensten Begriffe. Für die eine Seite bilden kulturelle Unterschiede den Zündstoff für soziale Konflikte, folgerichtig müsse beispielsweise die Einbürgerung von Drittstaatsangehörigen an deren vollständige „Integration“ gebunden werden. Für die andere Seite hingegen ist Kultur nur eine vorgeschobene Ausrede, um brisante soziopolitische Fragen zu kaschieren und „Rasse“ durch „Kultur“ zu ersetzen. „Identitätspolitisch“ genannte Bewegungen jüngeren Datums wiederum problematisieren etwa „kulturelle Aneignung“. Wo der Kulturbegriff politisch für derlei Konfusion sorgt, kann indes das Konzept der „Kulturalität“ helfen, die kulturellen Aspekte des „Führens“ und „Regierens“ dem politischen Verständnis zu eröffnen.

Hakan Gürses ist wissenschaftlicher Leiter der ÖGPB.

Di., 15. November 2022, 19:00 Uhr, WERK X

Nathalie Borgers
Die Politik und das Politische im kulturellen und künstlerischen Schaffen

Inwiefern ist jedes kulturelle/künstlerische Schaffen ein politischer Akt? Wie kann man etwa einen Film konzipieren und dabei entscheiden, wie das Politische darin zum Ausdruck kommen soll? Wie entwickelt man einen künstlerischen Standpunkt, der nicht mit einer politischen Meinung zu verwechseln ist? Kann ein künstlerisches Werk auf ein Publikum wirken, das nicht mit dem angesprochenen Thema vertraut ist? Welche Kulturpolitik kann dabei helfen, dass Kunst ein breiteres Publikum erreicht? Diesen Fragen wird die Vortragende vor dem Hintergrund der eigenen konkreten Erfahrungen im Bereich Film und audiovisueller Medien nachgehen.

Nathalie Borgers ist Film-Autorin und Regisseurin, u. a. von „Kronenzeitung, Tag für Tag ein Boulevardstück“ (2002), „Die Frauenkarawane“ (2010), „The Remains. Nach der Odyssee“ (2019). Sie leitet einen Workshop über die Kunst des Dokumentarfilms an der Pariser Filmschule FEMIS.

Do., 1. Dezember 2022, 19:00 Uhr, Depot

Anke Schad-Spindler
Kulturelle und politische Bildung

Kulturinstitutionen sind auch Arenen demokratiepolitischer Auseinandersetzung. Die Pandemie stellte dabei ein liberales Kultur- und Demokratieverständnis auf die Probe. Museen, Theater und Konzerthäuser mussten geschlossen bleiben oder ihre Vermittlungsarbeit in den digitalen Raum verlagern. Gleichzeitig formierten sich – teils in unmittelbarer Nachbarschaft am Karlsplatz und am Heldenplatz – Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Fragen nach dem ökonomischen Überleben und der Rückgewinnung des Publikums überlagern momentan weitere notwendige Diskussionen, etwa: Wie können Kulturinstitutionen als Teil der urbanen Öffentlichkeit gesellschaftliche Auseinandersetzungen fördern? Wie können kulturelle und politische Bildung zusammenwirken, und wo ist es notwendig, beides zu trennen?

Anke Schad-Spindler forscht zu Kulturpolitik und kultureller Bildung in akademischen und angewandten Kontexten.

Veranstaltungsorte:

Depot
Breite Gasse 3, 1070 Wien

WERK X
Oswaldgasse 35A, 1120 Wien

Es gelten die zum Veranstaltungstermin gültigen Covid-19-Bestimmungen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen: www.politischebildung.at [...]

 


 

Basics – Inhalte und Methoden der politischen Erwachsenenbildung
19. + 20. Oktober 2022, Haus der Begegnung, Innsbruck

Eine Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB) in Kooperation mit dem Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck (HdB)

Was ist politische Erwachsenenbildung, welche Inhalte werden in diesem Bereich durch welche Methoden vermittelt?

In einer Multiplikator*innen-Mappe mit leicht verständlichen Texten, Übungsanleitungen und Methodenbeschreibungen, Literaturlisten und Materialien-Links hat die Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung die „Basics“ der politischen Erwachsenenbildung aufbereitet.

Im Rahmen des mehrtägigen Workshops werden die in der Mappe enthaltenen Methoden gemeinsam erprobt, Inhalte besprochen und Vermittlungsmöglichkeiten reflektiert.

Workshopleitung:

Sonja Luksik, MA (ÖGPB)

Dr. Hakan Gürses (ÖGPB)

Zielgruppe:
Erwachsenenbildner*innen, Trainer*innen, Multiplikator*innen

Termin:
Mi., 19. Oktober 2022, 9:00 bis 18:00 Uhr
Do., 20. Oktober 2022, 9:00 bis 18:00 Uhr

Ort:
Haus der Begegnung der Diözese Innsbruck
Rennweg 12, 6020 Innsbruck

Es gelten die zum Veranstaltungstermin gültigen Covid-19-Bestimmungen.

Teilnahmegebühr: Euro 60,-

Anmeldung (bis 12. Oktober 2022):
Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
T 01 504 68 58
gesellschaft@politischebildung.at

Der Workshop ist mit 1 ECTS im Rahmen der wba akkreditiert.

Weitere Informationen: www.politischebildung.at [...]

 


 

Das politisch-literarische Quartett
24. November 2022, online

Eine Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB)

Vier „Berufsleser*innen“ stellen vier Bücher aus verschiedenen Sparten der politischen Literatur vor. Hauptthesen, Bezug zur politischen Bildung sowie sachliche Kritik bilden die Eckpunkte der jeweiligen Buchbesprechung, welche durch die Diskussion der Referent*innen fortgesetzt und durch Wortmeldungen des Publikums inhaltlich vertieft wird.

Dem legendären „Literarischen Quartett“ nachempfunden, versucht das politisch-literarische Quartett aktuelle politische Bücher ebenso spielerisch zu vermitteln wie die berühmten „ungelesenen Klassiker“.

Das Quartett:

Boris Ginner (Politikwissenschafter; bildungspolitischer Referent der Arbeiterkammer Wien) – Éric Vuillard: Der Krieg der Armen. Berlin: Matthes & Seitz 2020

Gamze Ongan (Studium der Theaterwissenschaften; Chefredakteurin „STIMME - Zeitschrift der Initiative Minderheiten“) – Clemens Berger: Der Präsident. Salzburg: Residenz Verlag 2020

Mathias Thaler (Professor für politische Theorie an der Universität Edinburgh)– Kim Stanley Robinson: Science in the Capital-Trilogie. New York City: HarperCollins, Bantam Spectra 2004-2007

Sonja Luksik (Moderation / Politikwissenschafterin; wiss. Mitarbeiterin der ÖGPB) – Natascha Strobl: Radikalisierter Konservatismus. Berlin: Suhrkamp 2021

Termin:
Do., 24. November 2022, 18:00 bis 20:00 Uhr

Die Veranstaltung findet online via Zoom statt. Den Link geben wir rechtzeitig bekannt.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen: www.politischebildung.at [...]

 


 

Info- und Beratung für Bildungseinrichtungen und NGOs
15. Dezember 2022, online

Eine Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB) im Rahmen der jährlichen Ausschreibung für Projekte politischer Erwachsenenbildung

Es kann für neue wie für routinierte Projektentwickler*innen herausfordernd sein, Projekte politischer Erwachsenenbildung zu konzipieren, eine Projektidee mit dem jährlichen Schwerpunkt und den formalen Vorschriften der ÖGPB-Ausschreibung in Einklang zu bringen oder bisweilen das Antragsformular auszufüllen. Von der vagen Idee bis zur konkreten Projektkonzeption und der Realisierung des Vorhabens bedarf es vieler Schritte von Reflexion und Konzeption, und das macht oft eine eingehende Beratung durch die fördernde Stelle erforderlich.

Im Rahmen der dreistündigen Online-Veranstaltung haben Vertreter*innen der interessierten Einrichtungen die Möglichkeit, sich über politische Erwachsenenbildung, Projektentwicklung und vor allem die formalen und inhaltlichen Auflagen der Projektförderung mit dem Bildungsteam der ÖGPB auszutauschen. Die Info- und Beratungsveranstaltung wird Inputs und gemeinsame Aktivitäten ebenso umfassen wie die Beantwortung von allfälligen Fragen.

Referent*innen:

Mag.a Rahel Baumgartner: Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung, Sozialpädagogin, Kultur- und Sozialanthropologin

Dr. Hakan Gürses: Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung, Philosoph

Termin:
Do., 15. Dezember 2022, 10:00 bis 13:00 Uhr

Die Veranstaltung wird online in Zoom stattfinden. Der entsprechende Link wird nach der Anmeldung den Teilnehmer*innen zugeschickt.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Anmeldung (bis 8. Dezember 2022):
Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung
T 01 504 68 58
gesellschaft@politischebildung.at

Weitere Informationen: www.politischebildung.at [...]

 


 

ANKÜNDIGUNG

Lehrgang „Politische Erwachsenenbildung“

Die ÖGPB bietet ab 2023 den hierzulande ersten Lehrgang zur politischen Erwachsenenbildung an. Der Lehrgang, der im April 2023 starten wird, ist durch die Weiterbildungsakademie – wba akkreditiert. Den Absolvent*innen wird das Zertifikat „Politische*r Erwachsenenbildner*in“ ausgehändigt.

Weitere Informationen (auch zur Anmeldung) werden demnächst auf der Webseite der ÖGPB zu finden sein: www.politischebildung.at [...]

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